Historie des MGV

Unsere Gründung

Die Gründung unseres Chores fand am 25. März 1873 auf dem Speicher des Gasthofes Hochstein statt. Die vermutlich erstmalige Niederschrift der vereinsinterne Pflichten und Rechte der Sänger findet sich in der Satzung vom 24.10.1884 wieder. 23 Paragraphen beinhaltet dieses Dokument, welches noch im Original vorliegt und von 25 Mitgliedern gegengezeichnet wurde. Die Satzung des Jahres 1898 enthält den ersten Hinweis auf passive Mitglieder und weist detaillierter auf die Aufgaben des Vorstandes hin. Der Vereinsname MGV "Liederkranz" Affeln ist bis heute unverändert. Die jetzt gültige Fassung unserer Satzung ist von unserer Generalversammlung am 17.01.1987 bestätigt worden.

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Unsere Vereinsfahne

Die erste Fahne unseres Chores wurde im Jahr 1904 für einen Preis von 350 Reichsmark erworben und im Verlauf eines Gesangfestes eingeweiht. Leider ist diese Fahne im Jahre 1921 bei einem Brand des Gasthofes Schirp ein Opfer der Flammen geworden. Gleichzeitig verbrannte auch der damalige Notenbestand sowie Dokumente des Vereins. Die derzeitige Fahne unseres Vereins wurde im Jahr 1923 bestellt. Die Vorderseite zeigt das Sängerwappen und die Rückseite das Bildnis des Kirchenpatrons, des Hl. Lambertus. Lediglich der Adler der Fahne, auf dem die Plaketten der auf Wettstreiten errungenen Preise angebracht sind, war bereits Bestandteil der ersten Fahne. Unsere Fahne, die sich 1997 einer gründlichen Restaurierung unterziehen musste, wurde damals für einen Preis von 600 Reichsmark erworben, was einem heutigen Preis von 6500 Euro entsprechen würde.
Die Fahne wird bei Prozessionen und Festzügen dem Verein vorangetragen und ist ein Symbol unseres Traditionsbewusstseins. Sonst wird sie zusammen mit unserem Notenschrank in dem Saal unseres Vereinslokales Willeke-Wortmann aufbewahrt.

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Unser Vereinslokal

Das erste Vereinslokal des Affelner Männerchores befand sich auf dem Speicher des Gasthofes Hochstein, welcher im Besitz des Gastwirtes Franz Hochstein war. Die samstäglichen Chorstunden fanden zumeist in den Abendstunden statt, da ein großer Teil der Mitglieder in der Landwirtschaft beschäftigt war und zunächst die tägliche Arbeit verrichten musste. Der Speicher, der auch als Kornboden diente und heute noch als Scheune genutzt wird, wurde in den folgenden Jahren als Probelokal abgelöst durch einen Raum der Affelner Oberschule. Zu Beginn unseres Jahrhunderts wurde das Vereinslokal in den Gasthof Schirp verlagert. Leider erstanden hieraus erste Unstimmigkeiten, die eine zahlenmäßige Reduzierung des Vereins nach sich zogen. Nach dem ersten Weltkrieg und einer langwierigen Aufbauarbeit wechselte man im Oktober 1926 das Vereinslokal, indem man den Saal des Gasthofes Willeke als neue Probestätte auserkor. Der Gastwirt und Bäckermeister Karl Willeke, selbst ein engagierter Sänger, hatte sich für den Umzug stark gemacht, wohlwissend, dass dieser Wechsel keinen wirtschaftlichen Nutzen für ihn versprach, da die finanziellen Verhältnisse in jenen Jahren bescheiden waren. Das Lokal Willeke-Wortmann ist seitdem unsere gesangliche Heimat geworden, und wir können uns heute glücklich schätzen, in über 80jähriger Zusammenarbeit eine freundschaftliche Beziehung zwischen der Familie Willeke-Wortmann und unserem Chor entwickelt zu haben, die im heutigen Vereinsleben selten ist. Dieses liegt auch an dem von Karl Willeke abgelegten Versprechen, dass der MGV "Liederkranz" Affeln für die Dauer der Vereinsexistenz den Proberaum kostenlos nutzen kann.

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Unser Chor in den Kriegsjahren

Auch unsere Vereinsgeschichte blieb natürlich nicht von den Weltkriegen des letzten Jahrhunderts verschont und durchlebte in diesen Jahren schwere Stunden. Währen der erste Weltkrieg zu großen Verlusten unter den Sängern führte, konnte in der Nachkriegszeit, nicht zuletzt aufgrund der wirtschaftlichen Sorgen, von keinem geregelten Vereinsleben gesprochen werden. Hinzu kam die Abwanderung einiger Sänger an die im Jahre 1904 gegründete Musikkapelle.
Mit Beginn der Herrschaft der Nationalsozialisten vollzog sich auch für den Männerchor eine Zeit, in der er an Umzüge, Veranstaltungen und Versammlungen der hiesigen Politik gebunden wurde. Einige Mitglieder des Chores sorgten für die kurzzeitige Absetzung des damaligen Chorleiters Bernhard Neuhaus. Im Jahre 1943 kam es zur Verfügung, dass sämtliche Metall- und Bronzegegenstände der Vereine abzuliefern seien, um sie für Kriegsmaterial einzuschmelzen. Dies hätte auch den Verlust der Wettstreitmedaillen und Ehrenpreise des Chores zur Folge gehabt, hätten da nicht einige alte Sänger den Mut aufgebracht, die Gegenstände vorher in Sicherheit zu bringen. So fanden sich sämtliche 1943 als gestohlen gemeldete Dinge des Chores (so auch unsere Fahne) am ersten Probeabend nach dem Krieg wieder im Notenschrank des Vereins ein. Hierfür gehört den Sängern Johann Sommer, Karl Gierse, Heinrich Iken, Anton Kemper, Josef Gödde-Köster, Franz Winterhoff und dem Chorleiter Bernhard Neuhaus Anerkennung und Dank. Die Strafe für die Entdeckung ihres "Diebstahles" hätte drastische Ausmaße annehmen können.
Im Zweiten Weltkrieg verlor der Chor 15 aktive Sänger.
Am 04.11.1945 fand die erste Chorprobe nach Kriegsende statt.

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Unsere Chorleiter und Vorsitzenden

In der Satzung des Jahres 1984 finden wir erstmalig schriftliche Hinweise auf die Zusammenstellung unseres Chores, seinen Chorleiter und Vorstand. Während Herr Anton Hochstein wohl der erste Dirigent war, zeichnete Herr Josef Schulte-Fischer (Affelner Hammer) als Vorsitzender verantwortlich. Die leider spärlichen Angaben unserer Gründerzeit bieten keine zusätzlichen Informationen. Im Jahre 1898 trat Herr Johannes Müller (Förster) die Nachfolge im Vorsitz an, während sich als musikalische Leiter die Lehrer Dahm, Nolte und Lichte bis zum Jahr 1899 ablösten.
Im Jahr 1899 übernahm Lehrer Adolf Horsch den Dirigentenstab und führte den Chor zu ersten musikalischen Lorbeeren. Seine musikalischen Kenntnisse waren für diese zeit als besonders gut zu bezeichnen, was sich auch in der von ihm mitgegründeten Musikkapelle positiv niederschlug. Ferner war Herr Horsch Mitbegründer der freiwilligen Feuerwehr Affeln. Im Jahre 1925 gründete er, inzwischen nach Werl versetzt, den Sängerkreis Haar-Börde, den er als Vorsitzender bis zum Jahr 1951 aufbaute. Zu dem von seinem Sohn Theo Horsch geleiteten Chor MGV "Liederkranz" Höingen hatten die Affelner Sänger lange Jahre gute Kontakte. Lehrer Horsch leitete den Affelner "Liederkranz" bis ins Jahre 1911.
Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm der aus Altenaffeln kommende Lehrer Schlüter das Chorleiteramt, welcher, als noch junger Lehrer, über 40 Sänger aus Altenaffeln, Blintrop und Affeln für vierstimmigen Chorgesang begeistern konnte. Abgelöst wurde er nach seiner Versetzung durch Lehrer Janz, ebenfalls aus Altenaffeln kommend. 1926 wurde Schreinermeister Josef Gödde-Köster zum 1. Vorsitzenden gewählt. Dieses Amt bekleidete er bis zu seiner Absetzung duch die Nationalsozialisten im Jahre 1935.
Im Jahr 1930 übernahm Bernhard Neuhaus das Dirigat des Männerchores und er führte wenig später bei einem Wettstreit in Westtönnen (1932) zu sämtlichen ersten Preisen. 1935 wurde Johann Sommer zum 1. Vorsitzenden gewählt, während Bernhard Neuhaus kurzzeitig durch seinen Bruder Theo Neuhaus vertreten wurde, da Bernhard Neuhaus von den Nationalsozialisten seines Amtes entbunden worden war. Noch vor Kriegsbeginn bekam er aber seinen Platz als Dirigent im Affelner Chor zurück.
1945 übernahm Franz Hagen den Vorsitz von Johann Sommer, bi er dann selbst 1949 von Johannes Müller-Niederste abgelöst wurde. Bernhard Neuhaus wurde nach Kriegsende wiederum Chorleiter und bekleidete dieses Amt bis zu seinem Tode am 01.12.1960. In diese Zeit fielen zahlreiche musikalische Erfolge des Chores bei Wettstreiten und positive Kritiken bei vielen Sängerfesten. Am 26.07.1960 wurde Bernhard Neuhaus anlässlich seines 70. Geburtstages mit der Ehrenbürgerschaft der Freiheit Affeln ausgezeichnet, eine Ehrung, die bis zum heutigen Tage einmalig blieb. Mit dieser Auszeichnung wurde seine Arbeit als Leiter des Chores und als langjähriger Dirigent des Affelner Musikvereins gewürdigt.
Von 1955 bis 1961 leitete Heinrich Levermann die Geschicke des Vereins als Vorsitzender. Leider fiel in diese Zeit (1956/57) die, neben den Kriegen, größte Krise des Vereins, als unzählige junge Sänger aus dem Chor austraten, während etliche ältere Sänger in den Nachkriegsjahren verstorben waren oder durch Krankheiten ausfielen. Den Vorstandsmitgliedern gelang es mit einer größeren Aktion, zehn Sänger anzuwerben und somit den rettenden Anker in letzter Sekunde zu werfen.
Nach dem Tode Bernhard Neuhaus` übernahm sein Sohn Clemens die musikalische Leitung des Chores. Unter seiner Leitung stabilisierte sich der Männerchor, errang viele Preise auf Gesangwettstreiten und startete die Aufgabe, den Meisterchortitel zu erringen. Begleitet wurde er hierbei 1961 von Johannes Müller-Niederste, der erneut den Vorsitz übernahm und im Jahre 1970 in Engelbert Levermann seinen Nachfolger fand. Clemens Neuhaus war es nicht vergönnt, den von ihm eingeschlagen musikalischen Weg, der einen stetigen Leistungsanstieg beinhaltete, zur Vollendung zu bringen, da er im Jahr 1978 verstarb.
Sein Nachfolger wurde unser ehemaliger Grundschulrektor Erwin Pohle, der das musikalische Potenzial des Chores weiter ausschöpfte und den Chor 1980 zur Erringung des Meisterchortitels führte. Erwin Pohle konnte des Chor in den Folgejahren stabilisieren, um so der Bürde der nächsten fünf Jahre als Meisterchor gerecht zu werden.
Von 1986 bis 2004 leitete Kantor Heinz Senft aus Holzen den "Liederkranz". Heinz Senft ist der erfolgreichste Chorleiter des Sängerkreises Arnsberg. Nach einer von den Sängern ausgiebig genutzten Eingewöhnungsphase gelang uns unter seiner Führung 1997 die erneute Erringung der Meisterchorwürde.
Dieser, unter Vorsitz von Engelbert Levermann eingeschlagenen Weg, konnte von 1992 bis 2001 durch den Vorsitzenden Alfons Rohrmann und von 2001 bis 2007 von Stefan Levermann, in dessen Amtszeit die Erringung des 3. Meisterchortitels 2002 lag, verwirklicht werden.
Seit 2004 leitet nunmehr Prof. Dr. Hans Frambach aus Remscheid den Chor, dessen stetiger Leistungsanstieg im Jahre 2007 mit der erfolgreichen Verteidigung der Meisterchorwürde einen weiteren Höhepunkt fand. Ebenfalls 2007 wurde der bisherige 2. Vorsitzende Klaus Hundrieser ins Amt des 1. Vorsitzenden gewählt.

100 Jahre MGV

Einige Sänger präsentieren stolz die errungenen Trophäen nach einem Wettstreit in Westtönnen im Jahr 1932

Theatergruppe in den 60er Jahren

Chor vor dem ersten Meisterchorsingen 1980

Vorstand in den 80er Jahren

MGV

MGV Liederkranz 1997

90 Jahre MGV Affeln 1963